SOLL ICH ODER SOLL ICH NICHT?

Hereinspaziert ins Architektenhaus!
Architektenhaus_cover

Ich habe es gewagt!! Ich habe mein eigenes Zuhause geplant und gebaut! Nachdem wir relativ schnell festgestellt haben, dass unser Budget für eine coole Penthousewohnung in Frankfurt nicht ausreicht haben wir den Schritt ins Eigenheim gewagt. Vor fünf Jahren hätte ich noch nicht gedacht, dass ich einmal die Welt umrunden muss, um dann wieder 200m neben dem Haus zu leben in dem ich aufgewachsen bin. Die ausschlaggebende Überzeugung leistete ein Grundstück mit einer wahnsinnigen Aussicht.

Als Architektin das eigene Haus planen ist ein (Alp-) Traum!! Mein Mann dachte es geht ja schnell, da ich Architektin bin. Aber weit gefehlt! Bei der Fülle an Möglichkeiten, sich zu entscheiden! Jede getroffene Entscheidung ist ein Massenmord der möglichen Alternativen. Aber nach 2 Jahren Planungsphase und 14 Monaten Bauzeit sind wir eingezogen! Ich sage bewusst „eingezogen“, denn fertig war es noch nicht.

Mein Traumhaus ist es nicht geworden. Warum? Das erfahrt ihr im Folgenden. Trotzdem bin ich sehr, sehr, sehr zufrieden mit dem Ergebnis und fühle mich pudelwohl hier! Deswegen möchte ich euch auf einen kleinen Rundgang durch unser Zuhause mitnehmen.

Wichtig war mir von Anfang an straßenseitig einen möglichst geschlossenen Baukörper zu gestalten, der sich zum Garten und der Aussicht hin weit öffnet. Im Weiteren war mein Ziel, dass man nach dem Eintritt durch die Haustüre direkt in den Garten schauen kann. Ich wollte die umliegende Landschaft als Teil der „Möblierung“ in unser Haus integrieren.

Das Obergeschoss überragt nahezu komplett nach Süden um 2,50 m das Erdgeschoss. Dies bietet eine Verschattung des Erdgeschosses und zugleich einen überdachten Freisitz.

Das Wohnzimmer kann durch eine raumhohe Schiebetüre vom Esszimmer getrennt werden. Ein Tunnelkamin bietet „Durchblick“. An kalten Wintertagen, kann man vom Kochfeld aus durchs Esszimmer hindurch das gemütliche Flammenspiel beobachten und ebenso vom Wohnzimmer aus.

Ich mag großzügige, offene Räume dennoch sollten die Bereiche Küche, Esszimmer und Wohnzimmer voneinander getrennt sein. Die Küche ist durch eine Sichtbetonwand in Holzoptik vom Esszimmer getrennt. In den Löchern der Schalungsanker befinden sich LED-Spots.

Versteckt hinter einer zweiflügeligen Türe die ebenso als Regal fungiert befindet sich noch ein kleines Arbeitszimmer, welches ebenso als Erweiterung zum Wohnzimmer dienen kann.

Sowohl das Gäste-WC als auch unser Bad wollte ich etwas exotisch gestalten.

Das Kinderzimmer ist bunt, aber nicht überladen.

Im Gegensatz dazu ist das Treppenhaus ruhig und neutral.

Jetzt kommen wir zu dem Part warum ich nicht mein Traumhaus gebaut habe. Ich wollte unbedingt ein Flachdachhaus. Aber auch oder gerade für mich gelten die Vorgaben des Bebauungsplanes (Gerne kann ich euch in einem persönlichen Gespräche, bei dem sicherlich viel Alkohol benötigt wird… über die Sinn- und Unsinnigkeiten von Bebauungsplänen aufklären). Somit war der Traum vom Flachdach passé. Da jedoch die umliegenden Gebäude nicht alle die Vorgaben bzgl. Dachneigung des Bebauungsplanes einhalten habe ich vom Landratsamt die Befreiung für eine Kompromisslösung bekommen. Meine zündende Idee waren unterschiedliche Dachneigung. Zur Straße hin bauten wir somit ein steiles Dach um den städtebaulichen Stil der Umgebung zu wahren. Zur Gartenseite durfte ich ein sehr flaches Dach mit 12 ° Dachneigung bauen. Mittlerweile habe ich mich sehr gut mit dieser Lösung angefreundet.

Ein fassadenbündiges Garagentor ist ein Eyecatcher der Aussengestaltung. Für ein einheitliches Erscheinungsbild sind die Giebel mit denselben Fassadenplatten verkleidet.

Zur Betonung des Eingangs wurde dieser in Kammzugtechnik verputzt.

Wir wohnen nun seit Februar 2018 in unserem Fast-Traumhaus und es ist immer noch ein wahnsinnig tolles Gefühl nach Hause zu kommen !

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